Fast niemand ist gern allein. Auch bei Hunden gibt es einzelne Fälle, bei denen die Türen und Wände zerkratzt, die Nachbarn gestört, die Sofas zerlegt und die Böden voller Pfützen sind. Schon das tägliche Ritual das wir haben, bevor wir aus dem Haus gehen, lässt den Stresspegel in Ihrem Hund zunehmend ansteigen. Das Duschen, das Anziehen der Kleidung, Schuhe, das Nehmen des Schlüssels etc. Dem Hund wird zunehmend klar, dass Frauchen/Herrchen sich fertig machen zum Gehen, und er allein gelassen wird. Was für uns Stunden sind, ist für den Hund eine Ewigkeit. Diese Trennungsängste können sich aus verschiedenen Situationen aufbauen, z.B. war bisher die Oma noch zu Hause, die kürzlich leider verstorben ist, oder die Kinder sind ausgezogen. Aus Abwechslung wird Langeweile, aus Trubel wird Stille und aus Gesellschaft wird Einsamkeit. Es kann auch sein, dass der Hund aus dem Tierheim, der immer Kontakt zu anderen Hunden hatte, nun alleine bleiben soll. Oder dass der Besitzer aus diversen Gründen gewechselt wurde. Es gibt viele Hunde die mit der Situation überfordert sind, der Aufpasser für das ganze Haus zu sein. Was aber in jedem Fall wichtig ist, ist, dass wir dem Hund mit kleinen Schritten helfen, entspannt zu Hause bleiben zu können. Wer möchte, kann mit einer Videoanalyse die Situation einmal genauer betrachten. Man würde sehen, ab wann der Hund den größten Stress hat, ob es Momente der Ruhe gibt und was tatsächlich passiert.

Klare Regeln und Strukturen helfen oftmals die Situation zu entschärfen, wenn es auch für manch einen unverständlich ist, warum ein guter Grundgehorsam wie SITZ, PLATZ und FUSS einem Hund beim Alleinbleiben helfen soll. Wie bereits oben erwähnt, gibt es Hunde die überfordert sind mit der Rolle des Aufpassers, da kommt der Besitzer ins Spiel. Er ist der Schlüssel zu sehr vielen Problemen. Ein Besitzer, der seinen Hund souverän führen kann, gibt ihm ein Gefühl von Sicherheit, die der Hund in sehr vielen Situationen braucht, auch beim Alleinbleiben. Verlässlichkeit und Sicherheit stärken außerdem die Bindung zwischen Hund und Besitzer. „Da ist jemand der auf mich aufpasst und auf den ich mich verlassen kann.“ Hunde die sich sicher fühlen, sind innerlich viel ruhiger. Der Hund lernt in kleinen Schritten, dass sein Besitzer immer wieder kommt, wenn man anfängt den Raum für kurze Zeit zu verlassen und dann wieder hereinkommt. Schritt für Schritt wird die Zeit des Fehlens vergrößert. Kommen und Gehen wird zur Selbstverständlichkeit. (Die genauen Schritte gehen sie am besten mit Ihrem Hundetrainer durch, da es sich über Wochen ziehen kann und es viele Tricks und Hilfsmittel gibt, da jeder Hund ein Individuum ist und nicht jeder gleich lernt!) Manchen Hunden hilft es schon, wenn sie nicht auf das ganze Haus, sondern nur auf einen kleinen Raum aufpassen müssen, der für sie überschaubar ist. Außerdem sollten Sie sich angewöhnen Ihren regelmäßigen Ablauf nicht immer gleich ablaufen zulassen. Gehen Sie früher duschen oder duschen Sie abends. Ziehen sie Schuhe an und wieder aus, oder nehmen Sie immer wieder den Schlüssel in die Hand und legen ihn wieder weg, öffnen sie die Tür und schließen Sie sie wieder. Ziehen sie Ihre Jacke an und wieder aus. So lernt der Hund nicht mehr auf bestimmte Zeichen zu achten.

Auch das Verabschiedungs- und Begrüßungsritual spielt eine wesentliche Rolle. Der Hund sollte ruhig verabschiedet und ruhig begrüßt werden. Wenn man geht, redet man mit ruhiger aber fröhlicher Stimme, auf keinen Fall sollte der Hund bedauert werden, dass er jetzt alleingelassen wird. Wenn man nach Hause kommt, und der Hund vor Freude springt und bellt, sollten Sie sich zuerst in Ruhe ausziehen und alle Sachen aufräumen, die Sie dabei haben, bevor Sie sich mit ruhiger Stimme Ihrem Hund zuwenden und ihm mit langen, langsamen Bewegungen über den Rücken streicheln. So lernt er ebenfalls, dass es nicht schlimm ist alleingelassen zu werden. Wenn der Hund bedauert wird, oder er sofort mit lauten oder hastigen Bewegungen begrüßt wird, verstärkt man sein schlechtes Gefühl und vermittelt ihm, dass er recht damit hat, sich so zu fühlen.

Lassen Sie Ihren Hund auch in der schweren Lernphase nicht lange allein, suchen Sie in der Zeit des Trainings nach einem Hundesitter, der Ihnen hilft und Ihren Hund in der Zeit nimmt, in der Sie nicht da sind. Bleiben Sie auf jeden Fall konsequent und verlieren Sie nicht die Geduld, dann kommen Sie auch zum Ziel.