Als ausgebildete Hundetrainerin werde ich immer wieder gefragt, ab wann man mit der Erziehung von Welpen beginnen sollte.

Meine Antwort: Ab dem Zeitpunkt, an dem der Welpe nach Hause geholt wird. Es muss einem bewusst sein, dass alles, was ich dem Welpen am Anfang erlaube, später wieder abtrainiert werden muss. Natürlich ist der Welpe süß und man findet es toll, wenn er an einem hochspringt und sich freut wenn man nach Hause kommt oder den Raum betritt, aber findet man das immer noch süß, wenn der Hund 30 kg wiegt? Man kann das Ganze mit einem Kommando verbinden, indem man es dem Welpen gestattet, aber man muss darauf achten, dass ohne das Kommando das Verhalten unterbunden wird. Was ist mit den alten Schuhen die er zerbeißt oder anderen Gegenstände, die alt sind und nicht mehr gebraucht werden? Es macht einem bei diesen Gegenständen nichts aus, doch der Welpe erkennt keinen Unterschied zu neuen Schuhen und wertvollen Gegenständen. So sollte dem Hund nur welpengerechte, im Fachgeschäft gekaufte, Spielzeuge und Kauartikel angeboten werden. (Von Quitschspielzeugen rate ich ab, oder man entfernt den Quitscher, wegen der Gefahr, dass der Quitscher verschluckt wird. Außerdem hören sich kleine Hunde manchmal so ähnlich an, und die Gefahr besteht, dass große Hunde dadurch auf kleine Hunde losgehen.) Auch sollte dem Welpen nicht erlaubt werden, in Hände zu beißen, da Welpen sehr spitze Zähne haben, und diese die Haut sehr leicht verletzen.

Es sollten von Anfang an klare Regeln aufgestellt und eingehalten werden. So bekommt der Welpe Sicherheit, dass wenn er sich an die Regeln hält, er nicht getadelt wird und Ärger bekommt. Sicherheit ist das Wichtigste, was man einem Welpen geben kann.

In meinen Augen ist es auch sehr wichtig, von Anfang an in eine Hundeschule zu gehen. Dort erhält man nicht nur Hilfe bei der Erziehung der Welpen, sondern der Welpe lernt auch mit verschiedenen Hunderassen zu kommunizieren. Die Anatomie der Hunde ist oft unterschiedlich, z.B. Hängeohren (Labrador), Stehohren (Schäferhund), faltige Gesichter (Shar pei), hängende Gesichter (Dogge). Auch die Rute ist ein wichtiges Kommunikationsmittel, so wird bei Huskies die hochgetragene Rute bei anderen Rassen, ohne Stehrute, manchmal fälschlicher Weiße als aggressives Verhalten eingestuft. Die Welpen lernen von Anfang an, auf die verschiedenen Mimiken und Gestiken der anderen Rassen zu achten und dementsprechend darauf zu reagieren. Außerdem ist der soziale Kontakt sehr wichtig für Welpen.